Wer erinnert sich nicht an den früheren Macher unserer Borussia, an Helmut Grashoff? Der, mit seinem Markenzeichen, der Pfeife, die Geschicke unserer Borussia über drei Jahrzehnte lang steuerte und die Borussia in dieser Zeit prägte.

Nur die Borussia? Nein, auch die Fanbetreuung. Helmut Grashoff ist auch der Vater unserer Fanbetreuung, wie sie nun seit fast 20 Jahren betrieben wird. Er hat als erstes auf die Selbstregulierungskräfte innerhalb der Fanszene Borussias gesetzt und schon in den 1980er Jahren die Arbeit "von Fans für Fans" zum festen Bestandteil der Fanbetreuung Borussias gemacht.
Borussia war damals der erste Verein, der einen hauptamtlichen Fanbeauftragten (weit bevor das ein Lizenzierungskriterium der DFL und des DFB wurde) eingestellt hat. Und der darüber hinaus, um diesem Leitspruch gerecht zu werden, auch aus der aktiven Fan-Szene kam (Theo Weiss aus Berlin, der kurz darauf von Holger Spiecker "beerbt" wurde).
1988 wurde dann mit Hilfe Grashoffs das unabhängige Fanprojekt Mönchengladbach e.V. ins Leben gerufen.

Damit war die Basis gelegt für das bis heute funktionierende stabile System des "zwei Säulen Prinzips".
Fanbetreuung direkt bei Borussia und Fanbetreuung extern, beim Fanprojekt MG: Heute heißt das „FP-MG der Supporters-Club von Fans für Fans“!

Beide Fanbetreuungen laufen nicht parallel, sondern sind eng miteinander verzahnt und bilden im Sinne der Fans eine Einheit! Denn hierbei geht es ausschließlich um die Interessen unserer Fans. Daher wundert es auch nicht, dass die beiden Fanbeauftragten aus der aktiven Fan-Szene und auch aus dem Fanprojekt stammen und weiterhin ehrenamtlich in verantwortlicher Position im Vorstand des Fanprojekts tätig sind!

Das Amt der hauptamtlichen Fanbeauftragten bei Borussia Mönchengladbach bekleiden:

Thomas „TJ“ (tiiihdschääi) Jaspers und
Thomas „Tower“ (tauäär) Weinmann
sowie Jan Ruoff.

Die Fanbetreuung erreicht ihr zu den Geschäftszeiten der Borussia immer im Büro unter 02161-9293-1523 oder unter fans@borussia.de.
Thomas -Tower- Weinmann

- Thomas, du bist ja allgemein nur als Tower bekannt. Erkläre uns mal deinen Spitznamen!
Stopp! Ich höre eigentlich nur noch auf Tower. Thomas nennt mich nur noch meine Mutter! Woher der Name kommt? Ich bin so klein und da hat man mich in der Schule zuerst Leuchtturm, dann High-Tower und dann halt Tower genannt. Da ich auf engische. Namen stehe, blieb das bis heute so!“

- Okay, also von jetzt ab nur noch Tower. Seit wann bist du schon als Fanbeauftragter bei der Borussia tätig?
Jetzt exakt fünf Jahre, so schnell vergeht die Zeit…


- Und was hast du vorher gemacht?
In der Fanbetreuung bin ich durch meine Vorstandstätigkeit im FPMG schon seit 1994 tätig. Da haben wir dann in den Jahren schon einiges aufgebaut und erreicht.
Mein „normaler“ Beruf ist aber eigentlich Diplom Kaufmann. Ich habe, aus Andernach am Rhein (zweitälteste Stadt Deutschlands im Übrigen), in K… studiert und bis 1997 auch als Vertriebsleiter eines mittelständischen Baustoff-Sortimenters in Polch (!) gearbeitet. Danach war ich selbständig und wie oben gesagt, seit 2003 bin ich bei Borussia als FB fest eingestellt. Da hätte ich mir mein Studium zwar auch sparen können, bzw. es hätte wohl eher Sozialpädagogik gepasst, aber so wird aus Berufung halt Beruf. Das ist doch auch was Feines und macht enorm viel Spaß.


- Als Fanbeauftragter hat man ja mit Sicherheit auch eine gewisse Fanhistorie. Wie bist du zu Borussia gekommen, und wie dann zum Job des Fanbetreuers?
Tja, das ist eine zu lange Geschichte. Nur soviel: 1973! Die Weißen waren die Guten, die Roten die Bösen! Mein Onkel aus K…, ja ich bin ¼ Kölner, hat mich dann 1975 das erste Mal mit ins Stadion genommen (die alte Radrennbahn in Köln, weil der Umbau von Müngersdorf immer noch nicht fertig war,) um mir mal „richtigen Fußball“ zu zeigen. Ich bestand auf ein Spiel mit Borussia und habe mit ihm auf der Haupttribüne gesessen. Ich war der Einzige, der gejubelt hat (Endergebnis 1:2 aus Kölner Sicht) und er hat nur gesagt: „Jong, isch hollen Disch nimmie mit!“Das war dann!
Mein erster Besuch auf dem Bökelberg war dann aber erst zum UEFA-Pokal-Endspiel gegen Frankfurt 1980, da man früher als Schüler einfach keine Chance hatte, ohne Auto und ohne vorhandene Fan-Club-Struktur zu Spielen zu kommen. Es war früher auch schlicht unüblich zu Spielen weit zu fahren. Deshalb war der Bökelberg ja auch immer nur gegen die Bayern voll und sonst nur mit Fans aus der Umgebung gefüllt. Das ist heute total anders.
Während des Studiums (in K… natürlich) bin ich dann regelmäßig zu den Spielen gefahren, egal ob auswärts oder zuhause und nach dem beschissen verlorenen Pokalendspiel 1992 haben wir in Andernach in einer „Jetzt-erst-Recht-Stimmung“ den Fan-Club „Mad Craziness“ gegründet. Damit war ich dann auch in der Fanszene angekommen, habe viele Leute der aktiven Fanszene kennen lernen dürfen und war plötzlich einer der aktivsten Leute. Dann kam die Anfrage Kassierer im FPMG zu werden, was ich aufgrund meiner beruflichen Vorkenntnisse auch gerne angenommen habe. Tja, und dann haben wir das FPMG gemeinsam mit den Weggefährten „groß gemacht“.


- Auf diese lange Fankarriere in der „Fanszene“ hast du ja mit Sicherheit einige Höhepunkte mit der Borussia erlebt und auch eine Nackenschläge. Was war das größte Erlebnis für dich und was das schlimmste?
Das Größte war sowohl unser Auftritt in Arsenal als natürlich der erste live miterlebte Titel 1995 (die ganzen Titel davor habe ich ja „nur“ am TV verfolgt und bin trotzdem stolz drau,f dreimal Meister und zweimal UEFA-Pokal-Sieger geworden zu sein!)

Schlimmstes: Die Abstiege natürlich aber vor allem drei Pokalerlebnisse: 1992 H96, 2002 Union, 2004 Aachen.


- Gibt es ein besonderes Anekdötchen, über das du im Zusammenhang mit Fans berichten kannst?
Ach Du Heiliger, viele…zu viele für hier… Immer wieder mit BK über Solingen und über „weißt du noch in….“ zu fachsimpeln. Besonders in Erinnerung bleibt mir auch immer gerne, wie Borussenfans beim Auswärtsspiel in Homburg 1990 trotz 3:1- Sieg über Wut, dass das Bier alle war, die Bierbude samt Personal umgekippt haben. Heute hätten mindestens 20 Leute fünf Jahre Stadionverbot bekommen. Früher gehörte das noch zum Thema Selbstregulierung!

- Was willst du bald mit der Borussia erleben?
Natürlich so schnell wie möglich den 2. Wiederaufstieg, dann endlich die endgültige Etablierung im Mittelfeld der 1.Liga mit Ambition zum UEFA-CUP und gerne auch mal wieder ein Titel…Jaja, die Rheinländer sind schon Träumer.

- Private Hobbies findet man wohl nicht mehr, wenn man das Hobby zum Beruf macht, oder?
Stimmt! Ein bisschen Musik mit B.O. und Ausgleichssport, vor allem Radfahren, ist aber immer drin. Zudem genießt man dann auch einfach mal das Sofa und die Ruhe einer gepflegten Saunalandschaft!

- Am Spieltag suche ich dich, wo finde ich dich dann?
Vor dem Spiel, bis 20 Minuten vor Anpfiff im FanHaus, danach je nach Aberglaubensituation im Innenraum bis zur 3. Spielminute, danach Block 19A (Ich kämpfe für den Erhalt von Stehplätzen, d.h. aber nicht, dass ich selbst stehen muss!)

- Letzte Frage: Was würdest du einem neuen Borussenfan empfehlen, was er sich unbedingt anschauen sollte?
Natürlich muss ein richtiger Fan mindestens einmal im FanHaus gewesen sein, weil das FanHaus in Deutschland seines Gleichen sucht. Man bedenke immer, dass wir uns das selbst erarbeitet haben und das Ganze nach wie vor mit dem Motto „Von Fans für Fans“ in Verbindung steht. Danach steht jedem dann frei sich selbst persönlich in der Fanbetreuung und im FPMG zu engagieren. Das ist nämlich kein ADAC der Fans, den es ja so oder so gibt, sondern für den Erhalt müssen Fans sich immer und dauerhaft engagieren um immer auch ein offenes Ohr beim Verein oder Dritten zu erhalten!
Thomas -TJ- Jaspers

- Thomas, du wirst ja meist englisch „TJ“ genannt. Was hat es damit auf sich?
Da Thomas halt in der Fanszene der Borussia ein Sammelbegriff ist, drehen sich ja sofort fünf Leute um, wenn der Name fällt. Deswegen einfach nur die Initialen in Anlehnung an die DJ -Tätigkeit bei diversen Anlässen.

- TJ, seit wann bist du schon als Fanbeauftragter bei der Borussia tätig?
September 2003

- Gelernte Fanbeauftragte gibt es nicht, welchen Berufsweg bist du gegangen?
Nach der Schule habe ich Industriekaufmann bei den Stadtwerken in Mönchengladbach gelernt, danach Zivildienst gemacht und im Anschluss als Quereinsteiger bei einer hiesigen Bank in der Kreditabteilung gearbeitet.

- Der Kollege Tower erzählte uns etwas zu seiner Fanhistorie. Wie sieht das bei dir aus? Wie bist du zu Borussia gekommen, und wie dann zum Job des Fanbetreuers?
Wie man als Kind halt in dieser Stadt so zu Borussia kommt. Hier gibt’s halt nur einen Verein und nach langem Nerven bin ich dann irgendwann von meinem Vater mitgenommen worden. Das war beim 7:2-Heimsieg gegen Waldhof Mannheim in den 80ern. Dann immer öfter und später dann mit Bekannten oder alleine. Am alten Bökelberg habe ich dann drei Jahre lang eine Dauerkarte im Block 23 gehabt und danach bis zum Schluss Block 16. Rund um den Pokalsieg bin ich dann ins FPMG reingerutscht, wo ich zunächst an der Zeitung „Nordkurve“ mitgearbeitet habe und später dann in den Vorstand gewählt wurde. Mittlerweile habe ich seit Herbst 1997 überhaupt kein Spiel mehr verpasst.
Als aufgrund der stetig wachsenden Arbeit dann ein 2. Fanbeauftragter gebraucht wurde, sind Tower und auch Borussia an mich ran getreten. Da kann man dann natürlich nicht nein sagen.


- Gibt es besondere positive Erlebnisse und negative?
Positiv erinnere ich mich an unseren Auftritt bei Arsenal London in Highbury und vor allem natürlich an den Pokalsieg `95 und die schwarz-weiß-grüne Stadt Berlin. Auch der Aufstieg und die Stunden danach rund um den Alten Markt bleiben haften.
Das mit Abstand grausamste waren die Niederlagen im Pokalhalbfinale gegen Union Berlin und Aachen. Schlimmer noch als die Abstiege.


- Ziele mit der Borussia wird es doch bestimmt auch geben?
Klar müssen wir schnellstens wieder Bundesliga spielen und langfristig wäre eine Fahrt nach Berlin auch mal wieder schön sowie darüber hinaus internationale Spiele und das nicht nur auf Testspielebene.

- Gibt es ein besonderes Anekdötchen, über das du im Zusammenhang mit Fans berichten kannst?
Manchmal hat man das Gefühl, dass ist alles ein einziges Anekdötchen, seien es geenterte Kneipen in Auswärtsstädten, nackte Fans im Sonderzug oder Polonäsen auf Bahnsteigen bei außerplanmäßigen Zughalten - aber das besondere Anekdötchen muss jeder selbst raus finden.

- Gibt es neben der ganzen Fanarbeit noch Zeit für Hobbys?
Die Zeit sollte man sich nehmen. Ich reise gerne, meistens im Zusammenhang mit Fußball und interessiere mich für jeglichen Sport.

- Wo bist du am Spieltag anzutreffen?
Vor und nach dem Spiel im Infostand des Fanprojekts hinter der Nordkurve und später dann mit Sicherheit auch im FanHaus. Das Spiel verfolge ich im Oberrang.
Beim Auswärtsspiel eigentlich immer bis kurz vor Anpfiff vorm Stadion und dann am Fanblock.


- Letzte Frage: Was würdest Du einem neuen Borussenfan empfehlen, was er sich unbedingt anschauen sollte?
Das Buch „Mythos Bökelberg“, das FanHaus und das Video vom Spiel Arsenal London-Borussia.
Jan Ruoff
- Jan, kein Spitzname? Liegt wohl daran, dass du nicht auf den „Sammelbegriff“ Thomas hörst?
Richtig, kurz und schmerzlos. Drei „Thomasse“ in einem Büro wären auch ein bisschen viel des Guten.

- Seit wann bist du in der Fanbetreuung dabei.
Seit dem Sommer 2006.

- Welchen Berufsweg hast du vorher genommen?
Nach der Ausbildung zum IT-Systemkaufmann habe ich mich den Herausforderungen des Zivildienstes gestellt und diesen erfolgreich absolviert.

- Gibt es eine familiäre Vorbelastung bei dir oder wie kamst du zu Borussia und dann später zum deiner Tätigkeit bei Borussia?
Nein, mein Vater steht zu seinem Heimatverein, dem SC Freiburg. Es ist sicher nicht ungewöhnlich, als Junge aus der Region Borusse zu werden. Für mich kam auch nie ein anderer Verein in Frage. Dass ich diese Leidenschaft dann irgendwann zum Beruf machen konnte, ist natürlich umso schöner.

- Was war dein schönstes bzw. schlimmstes Fanerlebnis?
Das schönste Erlebnis war sicherlich der Pokalsieg 1995, bei dem ich selbst im Stadion war. Gerne erinnere ich mich auch an den Klassenerhalt 1998. Am Tag meiner Konfirmation wollte ich sogar früher aus der Kirche gehen, um das Spiel gegen Wolfsburg im TV zu sehen. Meine Eltern hatten aber etwas dagegen.

Nicht so schön war dann der Abstieg ein Jahr später und natürlich der zweite und hoffentlich letzte Abstieg 2007.


- Welches schöne Ereignis soll bald einmal folgen?
Kurzfristig der Wiederaufstieg, mittelfristig eine gute Erstliga-Mannschaft und langfristig gerne mehr.

- Hast du auch ein besonderes Anekdötchen, über das du im Zusammenhang mit Fans berichten kannst?
Gerade bei Auswärtsfahrten erlebt man so einiges. Vieles davon sollte auch unausgesprochen bleiben.

- Wie sieht es mit Hobbies aus?
Seit dem 3. Lebensjahr fahre ich leidenschaftlich gerne Ski und Snowboard. Das ist kurz hinter dem Fußballspielen mein wohl größtes Hobby.

- Wo trifft man dich am Spieltag?
Wenn ich nicht im Stadion unterwegs bin trifft man mich am Infostand des Fanprojekts hinter der Nordkurve.

- Auch dir die letzte Frage: Was würdest du einem neuen Borussenfan empfehlen, was er sich unbedingt anschauen sollte?
Natürlich das FanHaus des Fanprojekts, wo vor allem am Spieltag der Teufel los ist. Nicht zu empfehlen ist dagegen die „Ruine“ des Bökelbergs. Selbst wenn man das Stadion nur von Bildern kennt, blutet einem das Herz…
Borussia Aktuell
Borussia Interaktiv
"Das hat Spaß gemacht. Ich bin mit vielen Flanken und Pässen gefüttert worden. Ich fiebere bereits dem Bundesliga-Start entgegen."

(Rob Friend zum Testspiel gegen Valencia in der Bild.)

TABELLE SPL PKT
 13  Köln 1 0
 14  Bochum 1 0
 15  VfL Borussia 1 0
 16  Frankfurt 1 0
 17  Cottbus 1 0
Voting
Der Hamburger SV und Schalke 04 probieren es mit neuen Trainern, der VfL Wolfsburg und der VfB Stuttgart haben mächtig aufgerüstet und mit Werder Bremen ist immer zu rechnen. Wer wird in der neuen Bundesliga-Saison Bayernjäger Nummer eins?
 
Hamburger SV
 
FC Schalke 04
 
VfB Stuttgart
 
VfL Wolfsburg
 
Werder Bremen
 
ein anderer